Wasserspeicherung
Wie man Wasser im Krisenfall richtig lagert
Grundlagen der Wasserlagerung
Die richtige Wasserlagerung ist entscheidend für die Erhaltung der Qualität und Eignung zum Verzehr. Unsachgemäß gelagertes Wasser kann zum Nährboden für Bakterien, Algen und andere gefährliche Mikroorganismen werden. Unten finden Sie einen umfassenden Leitfaden zu allen Aspekten der Wasserlagerung.
Goldene Regel der Lagerung
Mindestvorrat: 14 Liter Trinkwasser pro Person (7-Tage-Vorrat bei 2L/Tag). Empfohlen: 56 Liter pro Person (4-Wochen-Vorrat). Optimal: 100+ Liter pro Person für längere Zeiträume einschließlich Hygienebedarf.
1. Auswahl der richtigen Behälter
Empfohlene Behälter:
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PET-Flaschen (Polyethylenterephthalat) - am besten für Langzeitlagerung. Suchen Sie nach dem Recycling-Symbol mit Nummer 1 oder PETE/PET-Kennzeichnung. Ideal sind Mineralwasserflaschen (5L, 6L, 10L) - sicher, versiegelt und für Trinkwasserkontakt konzipiert.
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HDPE-Behälter (Polyethylen hoher Dichte) - Kennzeichnung #2, ebenfalls sicher. Oft weiß oder halbtransparent. Erhältlich in verschiedenen Größen: von 20L bis 200L. Funktionieren gut als größere Lagerbehälter.
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Spezialisierte Wasserbehälter - professionelle Tanks zur Trinkwasserlagerung. Haben oft Lebensmittelzertifikate und sind aus Materialien gefertigt, die den Wassergeschmack nicht beeinflussen. Erhältlich in Größen von 50L bis 1000L+.
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Fässer und IBC-Tanks - für größere Vorräte (1000L). Ideal für Familien oder kleine Gemeinschaften. Benötigt geeigneten Platz und Lichtschutz.
Zu vermeidende Behälter:
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Milch- oder Saftflaschen - schwer gründlich zu reinigen, Rückstände können Bakterienwachstum verursachen. Material lässt oft mehr Licht durch, was Algenwachstum fördert.
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Behälter von Chemikalien oder Reinigungsmitteln - auch nach gründlichem Waschen können schädliche Substanzen zurückbleiben. Verwenden Sie niemals Behälter von Non-Food-Produkten.
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PVC (#3) oder Polycarbonat-Behälter mit BPA - können schädliche Chemikalien ins Wasser abgeben, besonders bei höheren Temperaturen.
2. Vorbereitung der Behälter zur Lagerung
Reinigungsverfahren:
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Schritt 1: Erste Spülung
Spülen Sie den Behälter mit warmem Wasser, um sichtbare Verunreinigungen und Staub zu entfernen. -
Schritt 2: Mit Reinigungsmittel waschen
Waschen Sie den Behälter gründlich mit mildem Reinigungsmittel (vorzugsweise unparfümiert). Verwenden Sie eine Bürste für schwer zugängliche Stellen. -
Schritt 3: Desinfektion
Lösung vorbereiten: 1 Teelöffel Natriumhypochlorit (einfaches Bleichmittel ohne Zusätze) pro 1 Liter Wasser. Füllen Sie den Behälter mit dieser Lösung, schütteln Sie und lassen Sie 30 Sekunden einwirken. Stellen Sie sicher, dass die Lösung die gesamte Innenfläche bedeckt, einschließlich des Deckels. -
Schritt 4: Gründliches Spülen
Spülen Sie den Behälter mindestens 3-4 Mal mit sauberem Trinkwasser, bis kein Chlorgeruch mehr vorhanden ist. Dies ist ein entscheidender Schritt - Bleichmittelrückstände können den Wassergeschmack und die Sicherheit beeinträchtigen. -
Schritt 5: Trocknen
Lassen Sie die Behälter an einem sauberen, gut belüfteten Ort trocknen. Verwenden Sie keine Handtücher - sie können Bakterien übertragen.
3. Behälter befüllen
Wasserquelle: Am besten verwenden Sie kommunales Leitungswasser - es ist bereits aufbereitet und gechlort, was seine Haltbarkeit erhöht. Wenn Sie Brunnenwasser oder eine andere Quelle verwenden, sollte es zuerst abgekocht oder durch einen geeigneten Filter geleitet werden.
Wasserdesinfektion vor der Lagerung
Wenn Sie sich über die Wasserqualität unsicher sind oder es nicht aus der kommunalen Versorgung stammt, fügen Sie eine kleine Menge Natriumhypochlorit hinzu: 2 Tropfen pro 1 Liter Wasser oder 8 Tropfen pro 4 Liter. Verwenden Sie nur einfaches Hypochlorit (5-6% Konzentration) ohne Duftstoffe oder andere Zusätze. Mischen und 30 Minuten warten, bevor Sie den Behälter verschließen.
Befüllungsverfahren:
- Füllen Sie den Behälter mit Wasser direkt aus dem Wasserhahn oder einer anderen sauberen Quelle
- Lassen Sie etwa 5% der Kapazität als Luftraum (besonders bei größeren Tanks) - Wasser kann sich bei Temperaturänderungen ausdehnen
- Verschrauben oder schließen Sie den Behälter fest und stellen Sie sicher, dass er richtig versiegelt ist
- Beschriften Sie den Behälter mit wasserfestem Marker: Fülldatum und Wasserquelle
- Bei Chlordesinfektion mindestens 30 Minuten warten, bevor Sie vollständig verschließen, damit das Chlor wirken kann
4. Lagerbedingungen
Optimale Bedingungen
- • Temperatur: 10-21°C ideal
- • Dunkler Ort, weg vom Sonnenlicht
- • Trockener, gut belüfteter Raum
- • Entfernt von Reinigungsprodukten und Chemikalien
- • Stabile Oberfläche (Boden, Regale)
- • Leichter Zugang für Vorratsrotation
Was zu vermeiden ist
- • Direktes Sonnenlicht
- • Temperaturen über 30°C
- • Frostgefährdete Orte
- • Kontakt mit Beton (verwenden Sie Unterlagen)
- • Nähe zu Benzin, Farben, Lösungsmitteln
- • Feuchte Räume ohne Belüftung
Warum Licht der Feind ist: Sonnenlicht und sogar künstliche Beleuchtung fördern das Algenwachstum im Wasser. Algen sind normalerweise nicht gesundheitsschädlich, aber sie verändern den Geschmack, die Farbe und die allgemeine Wasserqualität. Lagern Sie Wasser daher immer an einem dunklen Ort oder in undurchsichtigen Behältern.
5. Lagerzeit und Rotation
Empfohlene Rotationsperioden:
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Leitungswasser in versiegelten Behältern: 6-12 Monate
Chlor im Leitungswasser wirkt als natürliches Konservierungsmittel -
Kommerziell abgefülltes Wasser: 2 Jahre oder mehr
Gemäß dem Verfallsdatum des Herstellers, oft viel länger -
Brunnenwasser (aufbereitet): 3-6 Monate
Fehlendes Chlor bedeutet kürzere Lagerzeit
FIFO-Rotationssystem (First In, First Out): Verwenden Sie immer zuerst das Wasser, das am frühesten gelagert wurde. Bei der Rotation:
- Verwenden Sie altes Wasser zum Pflanzengießen, Reinigen oder anderen Haushaltszwecken
- Waschen und desinfizieren Sie den Behälter erneut
- Mit frischem Wasser auffüllen
- Das neue Datum markieren
- Am Ende der Lagerwarteschlange platzieren
6. Beschriftung und Organisation
Gute Organisation ermöglicht es Ihnen, Wasser im Notfall schnell zu finden und die Rotation effektiv zu verwalten.
Informationen auf dem Behälter:
- ✓ Fülldatum (Tag/Monat/Jahr)
- ✓ Wasserquelle (Leitung, Brunnen, etc.)
- ✓ Ob Wasser desinfiziert wurde (ja/nein)
- ✓ Volumen (erleichtert die Vorratsberechnung)
- ✓ Geplantes Rotationsdatum
Verwenden Sie wasserfeste Marker oder selbstklebende Etiketten, die mit Klebeband gesichert sind.
7. Besondere Situationen
Lagerung bei Winterbedingungen:
Wasser gefriert bei 0°C und dehnt sich aus, was Behälter zum Platzen bringen kann. Wenn Sie Wasser an frostgefährdeten Orten lagern müssen:
- • Lassen Sie mindestens 10% Luftraum im Behälter
- • Verwenden Sie dickere HDPE-Behälter (sie sind flexibler)
- • Erwägen Sie Wärmeisolierung für Behälter
- • In extremen Fällen fügen Sie eine kleine Menge Propylenglykol (lebensmittelsicher) hinzu
Lagerung in kleinen Wohnungen:
Wenn der Platz begrenzt ist, erwägen Sie kreative Lösungen:
- • Unter dem Bett (flache Behälter)
- • In Schränken (vertikale Flaschenanordnung)
- • Hinter Möbeln
- • Im Keller oder Dachboden (wenn die Bedingungen geeignet sind)
- • 1,5-2L-Flaschen in Küchenschränken
Wichtigste Erkenntnisse
Verwenden Sie nur lebensmittelechte Behälter (PET, HDPE)
Lagern Sie Wasser an einem dunklen, kühlen Ort
Rotieren Sie Vorräte alle 6-12 Monate
Beschriften Sie Behälter mit dem Fülldatum